Neue oberflächenintegrierte Fahrzeugbeheizung

Wärmt in wenigen Sekunden und benötigt kaum Energie: Der ContiTech-Geschäftsbereich Benecke-Kaliko hat einen Werkstoff entwickelt, der leitfähig ist und Wärme erzeugen kann, ohne dass auch nur ein Millimeter Heizdraht verbaut wird – zum Beispiel bei einem Sitzbezug.

Neue oberflächenintegrierte Fahrzeugbeheizung

Diese neue Heizung ist dank des minimalen Stromverbrauchs eine ideale Lösung für Elektrofahrzeuge, die ohne Abwärme vom Motor heizen müssen. Autofahrer mit Diesel- oder Benzinmotor profitieren von der oberflächenintegrierten Heizung insbesondere bei kurzen Fahrten. Auch in Lkws, Agrar- oder Baufahrzeugen, Zügen oder Flugzeugen kann die Technologie eingesetzt werden.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen verfügt der leitfähige Werkstoff über drei entscheidende Vorteile: Die neue, oberflächenintegrierte Heizung weist erstens einen deutlich geringeren Energieverbrauch auf, um ein angenehmes Wärmegefühl zu erzeugen. Statt drei und mehr Kilowattstunden sind es gerade einmal 300 Watt zur Beheizung der Flächen, die der Fahrzeuginsasse wirklich berührt. Der Heizprozess dauert nur ein paar Sekunden, da sich das Material direkt unter der Oberfläche befindet und zwei bis drei Zentimeter abstrahlt. Und drittens kann die Polymermischung in jeder beliebigen Geometrie auf das zu beheizende Oberflächenmaterial appliziert werden – ein wesentlicher Vorteil im Vergleich zu den konventionellen Heizmatten auf Basis von Metalldrähten oder Karbonfasern, die in ihrer Geometrie kaum veränderbar sind. Mit der Benecke-Kaliko-Innovation kann fast jedes Bauteil Teil der Innenraumheizung sein: Sitze, Lenker, Armlehnen, Türverkleidungen oder Fußmatten.

Neue oberflächenintegrierte Fahrzeugbeheizung

„Unsere Herausforderung war es, ein Material zu finden, das elektrisch leitfähig ist, minimal Strom verbraucht und zugleich so flexibel ist, dass es nicht bricht“, beschreibt Materialentwickler Dr. Andreas Gerken von Benecke-Kaliko das Projekt. Da die aufgedruckte Polymermischung Teil des Bezugsmaterials ist, entfällt ein zusätzlicher Applikationsvorgang und sie kann in standardisierte Herstellungsverfahren, in dem Bezugsstoffe verarbeitet werden, eingebunden werden. Im Gegensatz zu bisherigen Lösungen sind auch Bauteilveränderungen bzw. zusätzliche Bauteile überflüssig. Verkabelt wird die oberflächenintegrierte Heizung mit herkömmlichen technischen Mitteln. Sie ist über einen Standardstecker mit dem Bordnetz verbunden. „Die Vorteile für Automobilbauer liegen auf der Hand: Sie erhalten ein Feature, das sowohl zur Energieeffizienz beiträgt als auch individuelle Komfort- und Wohlfühlbedürfnisse der Insassen zufriedenstellt – eines der zentralen Kriterien bei der Anschaffung eines Pkws überhaupt“, sagt Dr. Gerken.

 

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