Dem Sturm zum Trotz


Von uns mitentwickelte Ölbarrieren schützen die Umwelt und sperren Ölverschmutzungen selbst bei rauer See ab.

Braving the StormEin Sturm türmt die Wellen meterhoch auf, ein havariertes Schiff wird zum Spielball der Naturgewalten, auslaufender Treibstoff bedroht die Umwelt: Um selbst in einer solchen Szenerie den Ölteppich sicher abzusperren und Folgen für Mensch und Umwelt zu verhindern, haben wir unsere geballte Material- und Fertigungskompetenz für eine besonders effektive Schutzmaßnahme eingesetzt. „Gemeinsam mit unserem Partner haben wir eine neuartige, schwimmende Ölbarriere entwickelt, die sich aufgrund der erreichten Breite von 3200 mm insbesondere für Einsätze bei heftigen Stürmen mit starkem Seegang eignet“, erzählt Michael Möschen, Anwendungstechniker im Bereich Conveyor Belt bei Continental.

Dem Sturm zum Trotz
Dass sich Unfälle auf hoher See trotz größter Sicherheitsmaßnahmen nicht vollkommen vermeiden lassen, zeigen Vorfälle wie der verheerende Untergang der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko im April 2010, aber auch der jüngste Zusammenstoß zweier Frachter im Mittelmeer. In Ernstfällen wie diesen muss umgehend gehandelt werden, um die Ausmaße des Ölteppichs so gering wie möglich zu halten. Die schwimmenden Barrieren kreisen ausgelaufenes Öl auf See ein, sodass Tanker es mit Hilfe von Schläuchen schnell aus dem Wasser abpumpen können. Je nach Seegang findet dies direkt am Eisatzort oder in gemäßigteren, also weniger wellenreichen, Gewässern statt. Bei der Havarie der Ölbohrplattform Deepwater Horizon kamen Barrieren mit einer marktüblichen Breite von 2000 mm zum Einsatz. Doch es stellte sich heraus, dass viel breitere Luftkissen als die herkömmlich eingesetzten nötig sind, um einen Ölteppich sicher einzukreisen. Infolgedessen mehrten sich die Anfragen nach entsprechenden Lösungen und unsere Experten begannen mit der Entwicklungsarbeit an den breiteren Konstruktionen.
 

Maßgeschneiderte Umwelttechnik

Die Methode, Öl auf diese Weise einzukreisen, ist nicht neu, und auch unsere schwimmenden Barrieren haben sich bereits seit vielen Jahren bei den Wartungsarbeiten von Ölbohrplattformen im Serieneinsatz bewährt. „Mit den 3200 mm breiten Sperren schaffen wir neue Standards in der Umwelttechnik“, so Möschen. Mit dieser Entwicklung ist es uns gelungen, dass die Ölbarrieren selbst meterhohen Wellenbrechern Stand halten, während herkömmliche Konstruktionen mit nur 2000 mm Breite bei starkem Wellengang schnell überspült werden – mit katastrophalen Folgen für die Umwelt. „Inzwischen haben wir die 3200 mm breiten Ölbarrieren mehrfach ausgeliefert. Natürlich erst, nachdem sie Testmanöver bei starken Herbststürmen bestanden haben.“
 
Michael Möschen

Michael Möschen hat als Anwendungstechniker im Bereich Conveyor Belt bei Continental die neuartigen Ölbarrieren mit entwickelt:

„Mit dieser Entwicklung ist es gelungen, dass die Ölbarrieren selbst meterhohen Wellen Stand halten und so katastrophale Folgen für die Umwelt verhindern.“


Damit die Barrieren möglichst senkrecht im Wasser stehen, sind unterhalb der Wasseroberfläche Ketten mit Gewichten an ihnen befestigt. Dadurch kann auch bei dicken Ölteppichen das Öl nicht ober- und unterhalb der Barriere in das offene Meer treiben, sondern wird sicher umkreist. Auf die Festigkeit legten unsere Entwickler ebenfalls ein besonderes Augenmerk: Treibgut im Meer kann die schwimmenden Barrieren beschädigen. Auch hier überzeugen das hochfeste Gewebe und die robuste Kautschukschicht unserer Entwicklung: Im Labor hat sie bis zu 0,5 bar Druck ausgehalten. Und noch ein weiterer Aspekt ist wichtig: Die Barrieren sind luftdicht wie ein Fahrradschlauch, denn im Einsatz darf Luft auf keinen Fall entweichen.
 

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