Eine Brücke geht auf große Fahrt

Für Schwerlasttransporte werden weltweit Transportmodule mit unseren Luftfedern und Schlauchsystemen eingesetzt.

Eine Brücke geht auf große Fahrt
 

Noch ist die lange Ladefläche leer, doch die Konzentration steht dem Lkw-Fahrer ins Gesicht geschrieben. 1.100 Kilometer geht es vom kanadischen Küstenort Stewart in Britisch-Kolumbien quer durch die grünen Berge Westkanadas. Die Fahrt über enge Bergstraßen und Pässe mit extremen Steigungen ist Teil einer mehr als einjährigen Vorbereitung eines der spektakulärsten Transportprojekte der Region: Noch nie zuvor sind Turbinen und Rotorblätter in dieser Größenordnung durch die kanadische Provinz bewegt worden. Vorsichtshalber hat das Verkehrsministerium in Britisch-Kolumbien daher auch eine entsprechende Leerfahrt gefordert.

Doch schließlich findet – gut vorbereitet – wenig später der eigentliche Transport statt. Dafür setzt das lokale Logistikunternehmen mehrere luftgefederte Pritschenauflieger der Firma Goldhofer ein. Das Unternehmen aus Bayern gehört zu den weltweit größten Anbietern für Sattelanhänger und Schwerlastmodule, die oft passgenau für die jeweiligen Sondertransporte gefertigt werden. Unser Anteil daran? Luftfedern und Schlauchsysteme, die mit ihrer hohen Leistungsfähigkeit für reibungslose Abläufe sorgen.

Luftgefedert auf langer Fahrt

Eine Brücke geht auf große Fahrt
 

„Man kann sich leicht vorstellen, wie groß die Kräfte sind, die auf unsere Luftfedern wirken, vor allem bei Transporten mit schweren Lasten“, sagt Hans-Jörg Reinecke, der als Key Accounter den Bereich Nfz-Luftfeder-Erstausrüstung betreut. Immerhin kommt der Pritschenauflieger von Goldhofer in seiner europäischen Ausführung bei maximal 56 Tonnen Zuladung auf zwölf Tonnen Last pro Achse. Eine wahre Herausforderung für Achshersteller! Nachdem früher Blattfedern verwendet wurden, bieten die heutigen Luftfedern gleich mehrere Vorteile: Sie sind leistungsfähiger und benötigen nicht so viel Bauraum, was sich positiv auf die Achsabstände auswirkt. Außerdem ermöglichen sie es, die sogenannten Liftachsen zu heben oder abzusenken. Dadurch können Reifenverschleiß, Achsdruck und damit Straßenhaftung und Kraftstoffverbrauch variiert werden. 

Rainer Auerbacher Rainer Auerbacher, Generalbevollmächtigter Transport Technologie bei Goldhofer, ist Spezialist für Extremtransporte:

“Unsere Kunden achten bei der Auswahl der Achskombinationen vor allem auf die zulässigen Achslasten, die Wendekreise und die Bodendrücke der geplanten Route. Das Wichtigste ist schließlich, dass die Ladung sicher ankommt.”
 

Starke Schläuche für schwere Lasten

Eine Brücke geht auf große Fahrt
 

Windturbinen und Rotoren sind sogar noch vergleichsweise leichte Güter. Wenn es um den Transport von großen Transformatoren, Baggern oder kompletten Brückenteilen geht, entwickelt und produziert Goldhofer Schwerlastmodule in allen erdenklichen Varianten. Je nach Verbindung der Module in sogenannten Schwerlastkombinationen lassen sich Lasten von 50 bis über 15.000 Tonnen bewegen. Die Module selbst werden durch Hydraulikkupplungen miteinander verbunden, die wir samt Leitungssystem zuliefern.

In Kolumbien kamen zum Beispiel zwei parallel geführte Schwerlastkombinationen mit jeweils drei Modulen und insgesamt 32 Achsen zum Einsatz, um einen 1.200 Tonnen schweren Schaufelradbagger zu verlegen. Vier Tage dauerte der Transport über die 32 Kilometer lange bergige Strecke, die bis zu fünf Prozent Gefälle aufwies.

Eine Brücke geht auf große Fahrt
 
Für die Insel La Réunion wurde eine 18-achsige Schwerlastkombination desselben Typs genutzt, um 36 jeweils 700 Tonnen schwere Brückenpfeiler für die neue Küstenstraße zu bewegen. Dass all diese Extremtransporte zuverlässig verlaufen, daran haben unsere Komponenten entscheidenden Anteil.

 

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