Jahrtausendbauwerk fertiggestellt

ContiTech-Technik hat beim Bau des Gotthardtunnels geholfen


Er ist der längste und tiefste Eisenbahntunnel der Welt: Mit einem Rekord-Wasserschlauch und Fördergurten zum Abtransport von Steinen und Geröll hat ContiTech zum Bau des Gotthardtunnels beigetragen.

Jahrtausendbauwerk fertiggestellt

Über 80.000 Besucher kamen zur Einweihung des Jahrtausendbauwerks Gotthardtunnel in die Schweiz. Aus allen Landesteilen und dem nahen Ausland reisten die Besucher an. Fahrplanmäßig in Betrieb genommen wird der Gotthard-Basistunnel nun am 11. Dezember. Er ist nicht nur der längste, sondern auch der tiefste Eisenbahntunnel der Welt. Bis zu 2.300 m Fels liegen zwischen ihm und der Erdoberfläche.

17 Jahre hat es von der Entscheidung für den Bau bis zur Fertigstellung des Gotthardtunnels gedauert. Zeitweise bis zu 2.400 Menschen haben über ein Jahrzehnt an den zwei jeweils 57 km langen Tunnelröhren gearbeitet. Nach dem Hauptdurchschlag dauerte es noch einmal fünf Jahre, bis die Abschnitte nun mit Bahntechnik ausgerüstet waren.

ContiTech-Fördergurte transportieren Steine und Geröll

410 m Länge – so viel wie vier aneinandergereihte Fußballfelder – maß die eingesetzte Tunnelbaumaschine. 28,2 Mio. Tonnen Abbruchmaterial hat sie aus dem Gotthard-Massiv geräumt, der größte Teil davon kam als Beton wieder in den Berg. Hier war auch die ContiTech Conveyor Belt Group an dem Projekt beteiligt und hat mit Fördergurten den Abtransport der Steine und des Gerölls übernommen.

Gegenüber einem Lkw- oder Schienentransport besitzen Fördergurtanlagen im Tunnelbau deutliche Vorteile: Sie erzeugen keine Abgase, sodass keine zusätzlichen Lüftungsanlagen während der Bauarbeiten installiert werden müssen. Es können enge Kurvenradien bewältigt werden, wobei die Gurte gleichzeitig hochbelastbar bleiben. Außerdem sind die Fördergurte mehrfach einsetzbar.

Rekordschlauch von ContiTech

Auch Eddelbüttel & Schneider hat seinen Beitrag dazu geleistet. So hat die ContiTech-Gesellschaft einen 1.520 m langen Wasserschlauch für die Bohrarbeiten am Gotthardtunnel konstruiert und ausgeliefert, um die Unmengen Wasser zu transportieren, die nötig waren, um den Abraum aus dem Tunnel zu bekommen.

Aus Transportgründen wurde dieser Schlauch in 112 Längen gefertigt. Bis zu acht gekoppelte Einzellängen wurden jeweils auf eine von 14 gigantischen Schlauchtrommeln gespult und per Sonderstraßentransport an den Kunden geschickt. Mit einem Innendurchmesser von 300 mm bringt diese Konstruktion ein Gesamtgewicht von über 75 t auf die Waage. „Das ist der längste trommelbare Einzelschlauch, den wir je konstruiert und aufgewickelt haben“, betont E+S-Geschäftsführer Marcus Prinz. Gefertigt wurde der Schlauch von ContiTech Rubber Industrial im ungarischen Szeged.

Jahrtausendbauwerk fertiggestelltPhoto: Herrenknecht AG


Jahrtausendbauwerk fertiggestellt
Photo: AlpTransit Gotthard AG


Jahrtausendbauwerk fertiggestellt

Photo: AlpTransit Gotthard AG

Zum Einsatz kam der Schlauch beim Tunnelvortrieb durch das baden-württembergische Unternehmen Herrenknecht, das bereits seit mehr als 15 Jahren auf E+S-Schläuche setzt. Vier gigantische Bohrmaschinen gruben sich von beiden Seiten des Bergs durch den Fels – und trafen schließlich mit einer Abweichung von nur 0,00014 Prozent aufeinander.

Bald durchfahren den Tunnel rund 260 Güter- und 65 Personenzüge täglich, mit bis zu 200 km/h – später sollen sogar noch 250 drin sein. Reisende zwischen Zürich und Lugano sparen dadurch 45 Minuten Fahrzeit.

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