Neuartiger Energiespeicher im Test

Industrial Fluid Solutions


27.02.2017

ContiTech liefert Druckausgleichsleitung für Projekt des Fraunhofer-Instituts.

Neuartiger Energiespeicher im Test
ContiTech ist mit einem speziellen Schlauch beim Projekt des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik dabei. Der hohe Außendruck von 10 bar in einer Wassertiefe von 100 Metern macht dem robusten, trinkwassertauglichen Schlauch nichts aus.
Foto: Fraunhofer IWES | Energiesystemtechnik​

Ein Kraftwerk zur Energiespeicherung im Meer: Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) aus Kassel hat im Bodensee, Europas größtem Trinkwasserreservoir, den Prototypen eines Speichersystems getestet. Ein Hohlkugelspeicher, der in 100 Meter Tiefe stationiert wurde, soll im Modellversuch die Machbarkeit demonstrieren. Für den Test dieses neuartigen Unterwasserpumpspeichers hat ContiTech die Druckausgleichsleitung geliefert.

Der neuartige Pumpspeicher nutzt als oberes Speicherreservoir das Meer selbst. Das untere Speicherbecken wird durch die Hohlkugel auf dem Meeresgrund gebildet. Besteht an Land Strombedarf, öffnet sich ein Ventil an der Öffnung der Kugel. Das in die Kugel einströmende Wasser treibt dabei eine Pumpturbine an, die über einen Generator Strom erzeugt. Dieser wird über Anschlussleitungen zum Festland transportiert. Überschüssiger Strom, der beispielsweise in der Nacht entsteht, wird genutzt, um die Betonkugel wieder leer zu pumpen. Die Schläuche, die in dem Versuchsmodell des neuartigen Kugelspeicherkraftwerks als Druckausgleichsleitung eingesetzt werden, wurden von ContiTech entwickelt und gefertigt. Durch die Leitung kann Luft in die Kugel nachströmen, wenn das Wasser herausgepumpt wird. Dadurch wird Unterdruck verhindert.

Neuartiger Energiespeicher im Test
Anfang November 2016 startete das Fraunhofer-Institut IWES aus Kassel die erste Testphase des neuartigen Pumpspeicherkraftwerks auf dem Grund des Bodensees. Dazu wurde die 20 Tonnen schwere Hohlkugel im Bodensee versenkt.
Foto: Fraunhofer IWES | Energiesystemtechnik​

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung des Schlauches bestand in der Wassertiefe von 100 Metern, die einem Außendruck von etwa 10 bar entspricht. Um die Einsatzfähigkeit des Schlauches unter diesen schweren Bedingungen zu gewährleisten, wurde er mit Sicherheitsfaktor 3 für einen Außendruck von 30 Bar konzipiert. Eine zusätzliche Stahlwendel in der Schlauchwand verleiht ihm die notwendige mechanische Festigkeit. Der Bodensee versorgt rund 4,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Deshalb entsprechen die Schichten des Schlauches den Anforderungen der Trinkwasserverordnung sowie den Richtlinien der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA). Dadurch ist sichergestellt, dass eine Geschmacks- oder Geruchsveränderung des Wassers ausgeschlossen ist.

Praxistest des Hohlkugelspeichers

Am 9. November 2016 startete das Fraunhofer IWES aus Kassel die erste Testphase. Dazu wurde die 20 Tonnen schwere Hohlkugel auf den Boden des schwäbischen Meeres vor Überlingen versenkt. In einem vierwöchigen Test konnten die Forscher die Funktion des Unterwasser-Pumpspeicherkraftwerks erfolgreich nachweisen und testen. Als nächsten Schritt plant das Fraunhofer-Institut einen weiteren Versuch mit einer Großanlage in einer Wassertiefe von ca. 700 Meter.

 

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