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340 Millionen Tonnen gute Gründe für den Klimaschutz

Wenn es darum geht, Rohstoffe, Abraummassen und andere Schüttgüter in großen Mengen innerhalb kurzer Zeit von A nach B zu transportieren, dann sind Fördergurte das geeignete Mittel. Auch, weil sie deutlich weniger Energie benötigen als andere Transportlösungen. Hinzu kommt: Manche Fördergurtanlagen verbrauchen gar keine Energie, sondern erzeugen sogar noch Strom. Damit sind Fördergurte ganz klar die Klimaschützer in der Fördertechnik. Allein 340 Millionen Tonnen CO2 lassen sich in den nächsten 30 Jahren einsparen, so eine Studie der Technischen Universität Clausthal, wenn man bei der Rohstoffförderung konsequenter auf Fördergurte setzt. Ohne Rohstoffe hätte unser Lebensstandard Steinzeit-Niveau. Sie sind eine wichtige Basis unserer von Industrie und Technik geprägten Zivilisation und als bedeutende Energielieferanten halten sie unsere Welt in Bewegung.

Rohstoffe bewegen die Welt

Nach Aussagen von Experten steigt der Bedarf an mineralischen Rohstoffen jährlich um vier Prozent. Bei der Förderung werden weltweit gigantische Massen bewegt. Der Studie „Energieeffiziente Fördertechnik und Klimaschutz“, zufolge, die unter der Leitung von Professor Dr. Hossein Tudeshki vom Institut für Tagebau und Internationalen Bergbau an der Technischen Universität Clausthal entstanden ist, werden derzeit jährlichweltweit mehr als 12,3 Milliarden Tonnen feste mineralische Rohstoffe gewonnen und verbraucht. Um diese Menge zu fördern, müssen zusätzlich noch einmal 28,84 Milliarden Tonnen Abraummassen bewegt werden. Angesichts steigender Energiepreise ist der Transport zu einem wichtigen Kostenfaktor bei der Rohstoffgewinnung geworden. Hinzu kommen die Konsequenzen für Umwelt und Klima. Allein die Beförderung innerhalb eines Abbaugebiets macht immerhin 25 Prozent der für den Rohstoffgewinnungsprozess eingesetzten Energie aus. „Für die Betreiber von Bergbauanlagen stellt sich deshalb die Frage, welche technischen Lösungen auch aus der Perspektive des Klimaschutzes die kostengünstigsten und sichersten Verfahren zum Transport von Rohstoffen und Abraummassen sind“, weiß Hans-Jürgen Duensing, der als Geschäftsbereichsleiter der ContiTech Conveyor Belt Group das weltweit führende Unternehmen für die Herstellung von Fördergurten leitet. „Derzeit übernehmen Schwerlastkraftwagen die Hauptlast der im Bergbau anfallenden Schüttguttransporte.“

Aufgrund ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten werden Schwerlastkraftwagen auch künftig eine wichtige Rolle im Bergbau spielen. In Sachen Energieeffizienz und Umweltschutz stehen sie dem Fördergurt allerdings zwangsläufig nach. Denn als so genannte diskontinuierliche Fördermittel absolvieren sie abwechselnd Last- und dann Leerfahrten.

Mit einem Fahrzeugleergewicht von bis zu 72 Tonnen beträgt das Verhältnis von bewegter Gesamtmasse zur Nutzlast nach Berechnungen der Studie circa 2,4:1. „Angesichts der steigenden Energiepreise und des Klimawandels lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken“, so Duensing. „Und hier sehe ich in der Fördergurttechnologie eine zukunftsfähige, energieeffiziente und umweltfreundliche Lösung. Schließlich geht es nicht nur darum, die Schätze dieser Erde zu fördern, sondern auch, die Natur dieser Erde zu schützen.“

Prima Klima mit Förderbändern

Folgende Fakten unterstützen diese These: Als kontinuierliche Fördermittel erzielen Fördergurtanlagen ein deutlich besseres Verhältnis von bewegter Gesamtmasse zur Nutzlast, nämlich 1,2:1. Das wirkt sich auch auf den spezifischen Energiebedarf aus: Eine Bandanlage benötigt, so die Studie, lediglich 0,14 bis 0,25 kWh pro Tonne und Kilometer, das entspricht einem Fünftel des Energiebedarfs von Schwerlastkraftwagen. Mit einem durchschlagenden Effekt auf die CO2-Emission: Beim Betrieb eines Fördergurtes werden gerade einmal 55 g CO2 pro Tonne und Kilometer ausgestoßen, sodass sich ein Einsparpotenzial von 276 g pro Tonne und Kilometer ergibt.

Gute Perspektiven

Was geschieht, wenn Fördergurte bei der Rohstoff-Förderung konsequenter eingesetzt werden, wenn man ihren Anteil moderat, aber kontinuierlich ausbaut? Dies hätte außerordentlich positive Folgen für die Umwelt, stellt die Studie fest. Um dies zu berechnen, sollen zwei Voraussetzungen gelten: Die Rohstoffnachfrage steigt auch in Zukunft jährlich um vier Prozent. Und: Der Anteil von Fördergurtanlagen wird über 25 Jahre hinweg kontinuierlich von derzeit 30 Prozent auf 50 Prozent im Jahr 2034 ausgebaut. Danach wird dieser Anteil beibehalten. Das würde sich selbstverständlich direkt auf die Beförderungsmenge auswirken: Die spezifische Massenbewegung durch Fördergurtanlagen steigt dann – bei einem durchschnittlichen Förderweg von 3.800 Metern – innerhalb von 30 Jahren von derzeit 46,97 auf 254,29 Milliarden Tonnen und Kilometer im Jahr 2039 – also um mehr als das Fünffache. Hinter diesen nüchternen Zahlen steckt die gute Nachricht für die Umwelt: „Im Vergleich zum Status Quo lassen sich durch den zusätzlichen Einsatz von Fördergurte über die nächsten 30 Jahre hinweg mehr als 340 Mio. Tonnen CO2 einsparen“, macht Professor Tudeshki deutlich.

Eine Größenordnung, die immerhin der Menge an CO2-Äquivalenten entspricht, zu der sich seinerzeit die 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union1997 bei der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls verpflichtet haben. Gute Aussichten also. Und das nicht nur im Hinblick auf Umwelt und Klima. Der geringere Energieverbrauch mindert auch die Kosten für die Rohstoffförderung. „Ein betriebswirtschaftlicher Vorteil, der Bergbau-Unternehmen sicher einen starken Anreiz verschafft, sich mit Hilfe eines konsequenteren Einsatzes von Fördergurtanlagen stärker für Umwelt und Klima zu engagieren“, ist Hans-Jürgen Duensing überzeugt. Ein Vorzug, der bei der K+S Gruppe, bei der RWE Power AG und auf Jamaika bereits genutzt wird.

 

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